Tagesgedanke vom Mittwoch, den 9. April 2003
In den Bergen trifft man zuweilen auf einen Baum, der in …
In den Bergen trifft man zuweilen auf einen Baum, der in der Nähe eines Abgrundes gewachsen ist und dessen Stamm und Zweige ungewöhnlich knorrig sind. Der Baum musste den Unwettern trotzen und konnte ihnen widerstehen, doch dieser Kampf hat seine Spuren auf Stamm und Zweigen hinterlassen. Genauso trifft man auch im Leben manchmal Leute, deren Gesicht entstellt und asymmetrisch ist, doch welche Begabungen und Talente besitzen sie! Das zeigt, dass auch sie sehr schwierige Situationen überwinden mussten und sie bezwungen haben. Nur haben sie dazu meist ihren Intellekt und ihren Willen auf Kosten der Herzensqualitäten entwickelt, und diese Anstrengungen und Anspannungen haben schließlich ihr Gesicht verzerrt. Die Schönheit eines Menschen bringt eher seine Herzensqualitäten, als seine intellektuellen Fähigkeiten oder seinen Willen zum Ausdruck. Deshalb sind sehr schöne Menschen häufig dazu prädestiniert, Opfer zu werden. Weil die wahre Schönheit viel mehr mit der Güte als mit der Intelligenz einher geht, besitzen diese Menschen oft nicht ausreichende Mittel, um sich gegen die Begierden zu wehren, die diese Schönheit bei anderen weckt.
Omraam Mikhaël Aïvanhov













