Tagesgedanke vom Sonntag, den 13. September 2026
Seit Jahrhunderten wiederholt die Kirche
Seit Jahrhunderten wiederholt die Kirche, der Mensch sei ein Sünder, in Sünde gezeugt und in Sünde geboren. Aber wenn man diese Meinung unterstreicht und verbreitet, hindert man die Menschen daran, sich wieder aufzurichten, man vermindert ihre Hoffnung und ihren Wunsch, aus dieser Situation herauszukommen. Sicher, es liegt eine gewisse Wahrheit darin: Der Mensch wurde in Sünde gezeugt. Schaut nur, unter welchen Bedingungen die Eltern ihre Kinder zeugen! Geschieht das im Licht, in der Reinheit und in der wahren Liebe? Nein. Hier sind also schon die ersten Sünden, die sie ihren Kindern übermitteln. Aber dass seit Adam und Eva die Erbsünde gezwungenermaßen von Generation zu Generation weitervererbt wird: Nein. Wenn die Menschen das Licht finden, wenn sie sich üben, Güte, Ehrlichkeit, Gerechtigkeit und Weisheit zu kultivieren, ist es ohne Bedeutung, dass Adam und Eva eine Sünde begangen haben; alles kann verändert und umgewandelt werden. Man darf den Menschen keine Meinungen eintrichtern, die sie ständig zu weit unten in der Schuld festhalten, ohne jegliche Hoffnung, eines Tages wieder herauszukommen. Man ist natürlich ein Sünder, aber man ist nicht gezwungen, es für alle Ewigkeit zu bleiben; man muss vorwärtsschreiten bis zur Vollkommenheit.*
Omraam Mikhaël Aïvanhov













