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Tagesgedanke vom Donnerstag, den 8. Januar 2026
Das Leiden oder die Freude
Das Leiden oder die Freude, die der Mensch spürt, sind vielleicht das Einzige, woran er nicht zweifelt. Was er sieht, was er hört oder auch was er berührt, kann er bezweifeln; aber die Empfindungen, die er hat, kann er niemals bezweifeln. Durch die Empfindung befindet er sich im Herzen der Dinge, er kostet sie, er lebt sie. Wie viele Menschen gibt es, die beim Anblick aller möglichen Dinge nichts empfinden. Sie sehen einen Sonnenaufgang, eines der wunderbarsten Naturschauspiele, und sie empfinden nichts! Was bringt es ihnen daher, ihn anzuschauen? Was bringt es euch, den offenen Himmel vor euch zu sehen, wenn ihr bei dieser Herrlichkeit nichts empfindet? Wenn ihr den Himmel jedoch fühlt, dann ist es so, als wäre er in euch, und ihr braucht ihn nicht einmal mehr zu sehen. Man muss verstehen: Alles, was wir sehen, berühren und glauben, bei uns zu haben, befindet sich bereits weit weg von uns. Nur das, was wir empfinden, ist uns nahe. Darum liegt die wahre Hellsichtigkeit in einer tiefen inneren Empfindung und nicht in der Vision von etwas, das außerhalb von uns ist.*
Omraam Mikhaël Aïvanhov